11
Juni
2013
|
00:00
Europe/Amsterdam

Unser Jahr im Sunlighthouse - Das VELUX Experiment

Umfassender Praxistest im CO2 neutralen Plus-Energie-Haus abgeschlossen. 6 Gebäude mit nachhaltigem Gebäudekonzept in unterschiedlichen Klimaregionen Europas zu testen ist das Ziel der Initiative Model Home 2020. ​

Zusammenfassung

Den österreichischen Beitrag dazu, das national und international ausgezeichnete Sunlighthouse westlich von Wien, realisierte VELUX gemeinsam mit der Donauuni Krems und dem Österreichischen Institut für Bauen und Ökologie (IBO).

Aus ökologischen Baustoffen auf einem schwierigen Grundstück gebaut und mit modernster Technik ausgestattet, erzeugt das CO2 neutrale Haus mehr Energie, als es verbraucht. Wie sich das Sunlighthouse im Praxistest schlägt, testete die vierköpfige Familie Dorfstetter. Die Ergebnisse ihres einjährigen Wohnexperiments liegen nun vor. Alle Daten und die Veränderung des Wohnverhaltens im Laufe dieses Jahres wurden von Wissenschaftlern der Donauuni Krems und Soziologen des IFZ Graz genau aufgezeichnet. Dabei stand eine Frage im Mittelpunkt: Wie umweltschonend kann man auf einem schwierigen Grundstück bauen, ohne die Lebensqualität einschränken zu müssen? Die Grundidee des VELUX Experiments: Damit sich die Familie neben all der Technik und den Erfordernissen für Energieeffizienz wohlfühlen kann, setzte man auf ein angenehmes, thermisches Raumklima, frische Luft und helle Räume, durch gezielt positioniert und aufeinander abgestimmte Fenster. Viel Tageslicht und eine natürliche Belüftung waren die Devise. 

Viele Fenster – viel Hitze? 
Die Testfamilie Dorfstetter hatte jedoch die Befürchtung, dass in einem Haus mit fünf Mal mehr Tageslicht als von der Bauordnung vorgeschrieben, unangenehme Temperaturen vorherrschen würden. Das einjährige Experiment hat aber alle Bedenken zerstreut, wie Ludwig Dorfstetter berichtet: „Am eindrucksvollsten war, dass im Sommer wie im Winter sehr viel Tageslicht in die Räume kam und das Innenraumklima dank dem umfassenden, natürlichen Belüftungskonzept sehr angenehm blieb.“

Diesen Eindruck bestätigten die Messungen des wissenschaftlichen Teams der Donauuni Krems: Trotz eines hohen Glasanteils und eines sehr heißen Sommers 2012 stieg die Temperatur im Sunlighthouse an nur sechs Tagen stärker an und lag sonst bei durchschnittlich 22° Celsius. Ähnliches gilt für die Luftqualität, die mit einem CO2-Gehalt von durchschnittlich 617 ppm als sehr gut zu bewerten ist.

Wie viel Technik macht Sinn?
Auch die Auswirkungen und der Umgang mit der komplexen Haustechnik interessierten die Wissenschaftler, da diese für die Bewohner nicht selbstverständlich war. „Obwohl es am Anfang ungewohnt war, dass zum Beispiel die Fenster bei schlechter Luft automatisch aufgingen, haben wir uns schnell an die Haussteuerung gewöhnt. Aber allein der Gedanke, trotzdem jederzeit selbst eingreifen zu können, war enorm wichtig für unser Wohlbefinden“, resümiert Yasmin Dorfstetter.

Das Experiment bewies so einmal mehr: Komplexe Haussteuerungen machen nur dann Sinn, wenn das individuelle Eingreifen jederzeit gewährleistet ist. Auch in Bezug auf den Umfang an Technik ist sich das wissenschaftliche Projektteam sicher: Künftige Häuser nach dem Vorbild des Sunlighthouses können auch in einer technisch einfacheren Ausführung mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen – und das bei höchstem Wohnkomfort. Die Grundvoraussetzung ist jedoch eine präzise Planung von Beginn an. 

Planung als Schlüssel
„Beim Sunlighthouse wurde von der Ausrichtung des Baus bis hin zur Positionierung der Fenster und dem Verhältnis von Innen- zu Außenräumen alles genau abgestimmt. Nur so konnten wir ein ganzjährig behagliches Wohnklima realisieren“, sagt Heinz Hackl, technischer Projektleiter des Sunlighthouses.„Für einen Zugewinn bei der Wohnqualität werden auch vereinzelt geringe Wärmeverluste in Kauf genommen. Diese lassen sich durch erneuerbare Energien wie Solarthermie und Photovoltaik sehr gut kompensieren. "Dass dieses Konzept wirklich viel Wohlfühlklima ins Haus bringt, bestätigt Familie Dorfstetter am Ende des Jahres mit Begeisterung: „Das Testwohnen im Sunlighthouse war eine fantastische Erfahrung für uns. Wir und die Kinder haben uns nach der ersten Eingewöhnungsphase sehr wohlgefühlt. Wir werden das viele Tageslicht und das angenehme Innenraumklima sicher vermissen.“

Broschüre und Ergebnisse des 1 jährigen Monitorings finden Sie rechts oben unter "Downloads".

Facts & Figures
Neben Gesamtenergieproduktion und -verbrauch wird VELUX nun sämtliche Messdaten dieses umfassenden Haus-Experiments veröffentlichen. Von den Detail-Ergebnissen erwarten sich Experten wertvolle Erkenntnisse für die künftige Baupraxis. Factbox: Das Sunlighthouse belegt die Vereinbarkeit von Innenraumklima,

Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz: 

• Lage: Pressbaum, westlich von Wien

• Bebaute Fläche: 122 m², Wohnnutzfläche: 166 m² • Beheizte Bruttogrundfläche: 272 m²

• Sole‐Wasser‐Wärmepumpe für Raumheizung und Wasseraufbereitung

• 8 m² Solarkollektoren für Warmwasserbereitung 

• 43 m² Photovoltaikmodule (backside-contact)

• Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung plus einer bedarfsgerechten Fensterlüftung

• Diffuslichtversorgung: 3,3 - 7,4 % (Minimum lt. Norm DIN 5034: 0,9 %) 

• Raumluftqualität: 437 – 797 ppt CO2-Konzentration

• Innenraumtemperatur: durchschnittlich 21,3 – 24,4° Celsius

• Prognostizierter Energiebedarf 50,8 kWh/m²a; tatsächlicher Verbrauch: 50,5 kWh/m²a 

• Prognostizierte Energieproduktion 63,1 kWh/m²a; tatsächliche Energieproduktion 65,5 kWh/m²a 

© VELUX

Über VELUX

VELUX Österreich GmbH ist Marktführer im Bereich Dachflächenfenster. Als globales Unternehmen hat VELUX die Vision, bessere Lebensbedingungen unter dem Dach mit Hilfe von Tageslicht und frischer Luft zu entwickeln. Das Produktprogramm beinhaltet eine große Vielfalt an Belichtungslösungen über das Dach (Dachflächenfenster, Modular Skylights, Flachdach-Fenster, Tageslicht-Spots) samt Hitze- und Sonnenschutzprodukten. Mit Vertriebsgesellschaften in fast 40 Ländern und 17 Produktionsstandorten beschäftigt VELUX insgesamt ca. 9.500 Mitarbeiter. Die Zentrale der VELUX Gruppe befindet sich in Hørsholm, nördlich von Kopenhagen (Dänemark). Eigentümer der VELUX Gruppe ist die VKR Holding A/S, die sich komplett im Besitz von Stiftungen sowie der Gründerfamilie befindet. Ein großer Teil der Gewinne der VKR Holding A/S wird der Gesellschaft durch die VELUX Stiftungen wieder zurückgegeben. Diese unterstützen wissenschaftliche, ökologische, soziale und kulturelle Projekte und Initiativen.